Homöopathie in der Schwangerschaft

Ein kurzer Überblick über die wichtigsten homöopathischen Arzneien für werdende Mütter.

Gerade in der Schwangerschaft, einer Zeit, in der jeder banale Infekt zum Problem wird, bietet sich die Homöopathie als Medizintherapie der Wahl an.

Gerade in der Schwangerschaft, einer Zeit, in der jeder banale Infekt zum Problem wird, bietet sich die Homöopathie als Medizintherapie der Wahl an.

Die Homöopathie, von Mathias Dorcsi als "schwer lehrbare Wissenschaftskunst" bezeichnet, erhebt den Anspruch, eine Medizin der Person zu sein, eine so genannte personotrope Medizin. Ihre ganzheitliche Sichtweise, die den ganzen Menschen samt Leib, Seele und Gemüt erfasst, zog in den letzten Jahren immer mehr Menschen an, ungeachtet der Tatsache, dass homöopathische Therapien von den Krankenkassen kaum übernommen werden und nach wie vor große Skepsis von Seiten der Schulmedizin besteht. Der Patient ist mündig geworden. Vor allem chronisch Kranke wenden sich immer häufiger alternativ-medizinischen Therapien wie der Homöopathie zu, da sie sich, oft nach langen leidvollen Erfahrungen mit herkömmlichen Heilmethoden, besser aufgehoben und als Person in ihrer Ganzheit angenommen fühlen.

Werdende Mütter sollten schon zu Beginn der Schwangerschaft mit der Einnahme von schwangerschaftsspezifischen Vitaminpräparaten beginnen. Je nach Laborbefund und Stadium der Gravidität werden Magnesium und Eisen, aber auch Zink und Selen im Wechsel empfohlen. Damit lassen sich schon vorab günstige Voraussetzungen für einen guten Immunstatus bei Mutter und Kind schaffen, die auch nach der Geburt noch von Vorteil sind. Treten trotzdem banale oder grippale Infekte auf, füllt die Homöopathie bei deren Behandlung eine echte Lücke. Ein einfaches Aspirin zur Behandlung von Kopfschmerzen oder grippalen Infekten wird bekanntlich schon zum Problem, vor allem im ersten Trimenon. Abgesehen von einer erforderlichen Nutzen-Risiko-Abwägung bei jedem synthetischen Medikament, kann auch der offene schulmedizinische Arzt auf homöopathische Arzneien ausweichen. Im Folgenden wird auf einige der häufigsten Beschwerden in der Schwangerschaft eingegangen.

Die beschriebenen Substanzen werden üblicherweise als Einzelsubstanzen in den Tiefpotenzen D4, D6 und D12 für akute Beschwerden empfohlen, die Arzneien können zu Beginn stündlich, nach Besserung der Beschwerden 3 - 5mal täglich eingenommen werden. Für Globuli gilt pro Dosis fünf Stück, für Tabletten jeweils eine und für Tropfen jeweils zehn.

Die Arznei sollte langsam über die Mundschleimhaut aufgenommen werden. Oft wird ein halbstündiger Abstand zu den Mahlzeiten empfohlen.

Homöopathische Arzneien in der Schwangerschaft

GRIPPALE INFEKTE
Bei Symptomen wie kalter Schweiß und Gliederschmerzen empfiehlt sich Fertum phosphoricum. Dieses klassische Mittel hat sich im Übrigen auch bei bronchopneumonischen Zuständen und Otitis media bei Kindern bewährt und wird daher gerne von Kinderärzten verschrieben. Äußert sich das Fieber eher heiß und trocken, wird Belladonna gegeben, die Potenz sollte auf keinen Fall unter D4 sein, da es zu toxischen Arzneireaktionen kommen kann.

ERKÄLTUNGEN
Bei Schnupfen wird zwischen rinnendem und stochendem Schnupfen unterschieden. Ersterer entspricht dem Arzneimittelbild von "Allium cepa", letzterer spricht gut auf Luffa und Euphorbium (Euphorbium comp. Heel Nasenspray) an. Handelt es sich jedoch um Stirn- und Nebenhöhlenentzündungen, wird mit Cinnabaris behandelt.
Halsschmerzen bekommt man gut in den Griff mit homöopathischen Lutschtabletten, die Guajacum, Atropinum sulfuricum und/oder Hepar sulfuris (Tonsiotren DHU) enthalten.

VERDAUUNGSPROBLEME
Häufig klagen Schwangere eher über Obstipation denn über Diarrhoe. Manchmal genügt das geeignete Magnesium-präparat, um die Verdauung wieder in Schwung zu bringen - natürlich neben den üblichen Maßnahmen wie erhöhter Flüssigkeitszufuhr, Bewegung und Anreicherung der Nahrung mit Ballaststoffen. Bei hartnäckiger Obstipation sowie auch bei Magen- und Darmkrämpfen ist Nux vomica hilfreich. Diarrhoen werden schnell und erfolgreich mit Arsenicum album therapiert.

KOPFSCHMERZEN
Wenn auch oft von chronischen Migränikerinnen berichtet wird, dass ihre Beschwerden während der Schwangerschaften so gut wie nicht oder sehr abgeschwächt auftraten, so gibt es demgegenüber auch die Gruppe von Frauen, die, besonders im ersten Trimenon, vermehrt damit zu kämpfen hat. Fast alle synthetischen Analgetika sind in der Schwangerschaft kontraindiziert; im Notfall muss vom Arzt Nutzen gegen Risiko abgewogen werden. Das so genannte Wurmkraut, Spigelia anthelmia, stellt hier ein geeignetes homöopathisches Arzneimittel dar. Es ist auch in entsprechenden Komplexmitteln (Spigelon Tabletten Heel) enthalten.

BESCHWERDEN RUND UM DIE GEBURT
Ein klassisches Mittel bei Wehenschwäche, aber auch bei depressiven Verstimmungen im Wochenbett ist Pulsatilla. Oft wird die Einnahme schon in den Tagen vor dem errechneten Geburtstermin empfohlen.
Phytolacca, das in enger Beziehung zu chronischen Entzündungserscheinungen des Rachenraumes steht, hat sich empirisch bei Milchstau bewährt. Beschwerden durch einen Dammschnitt oder -riss können sehr gut mit Arnica, abwechselnd in den Potenzen D4 und D30, behandelt werden. Schleimhautverletzungen heilen so um vieles schneller ab. Diese drei "Geburtsklassiker" werden gerne auch von schulmedizinischen Gynäkologen verordnet.
So manche Frau macht in der Schwangerschaft ihre ersten Erfahrungen mit der Homöopathie und wird vielleicht auch danach das eine oder andere Mal auf ihre guten Erfahrungen damit zurückgreifen. Auch Babies und Kleinkinder, eine Klientel, bei der der häufig erwähnte Placebo-Effekt, welcher der Homöopathie von Skeptikern oft vorgeworfen wird, nicht haltbar ist, sprechen besonders gut auf diese sanfte, ganzheitliche Medizin an.

Copyright © - Alle Rechte vorbehalten, Realisiert durch Kaindl Communications GmbH und plusminus design®