Wein und seine gesunden Seiten

Wein ist eines der ältesten und beliebtesten Genussmittel der Menschheit. Ob sich der Konsum positiv oder negativ auf Leib und Seele auswirkt, hängt entscheidend von seiner Qualität, der getrunkenen Menge und dem richtigen Zeitpunkt ab.

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Gleich vorweg
So gesund und stimulierend ein mäßiger Weingenuss für den Erwachsenen sein kann, so schädlich wirkt sich Alkohol auf Kinder und Jugendliche aus. Besonders betroffen, weil schutzlos, ist das Ungeborene. Babys können schon im Mutterleib geschädigt werden. Während der Schwangerschaft sollten Frauen auf Alkohol völlig verzichten. Auch für Kleinkinder ist Alkohol grundsätzlich tabu. Die Gehirnzellen eines Kindes reagieren auf Alkohol sehr empfindlich. Die Leber ist noch nicht auf den Abbau von Alkohol eingerichtet. Schon kleine Mengen führen zu Drehschwindel, weil das Gleichgewicht gestört wird. Dauerhafter Alkoholkonsum bei Kindern führt zu einer Störung im Enzymsystem und Energiestoffwechsel und zu einer nachhaltigen negativen Beeinflussung der körperlichen und geistigen Entwicklung.

Wein als Heilmittel?
In über 80 Studien konnte belegt werden, dass moderater Alkoholkonsum mit einer reduzierten Herz-Kreislauf-Sterblichkeit einhergeht. Am Anfang der Forschungen stand das "französische Paradoxon". Die Franzosen essen gerne fett, rauchen nicht weniger als die anderen Europäer, treiben nicht mehr Sport und haben dennoch weit weniger Herzinfarkte.

Die Erklärung: Alkohol bewirkt eine Erhöhung der HDL 2- und HDL 3-Fraktion des Cholesterins (das ist das "gute" Cholesterin), verbessert die Fließeigenschaften des Blutes und hemmt die Blutgerinnung. Die Sterblichkeit bei koronaren Herzerkrankungen kann so durch moderaten Alkoholkonsum um rund 40% gesenkt werden. Für diese Wirkungen ist es unerheblich, in welcher Form Alkohol zugeführt wird, solange die therapeutische Dosis nicht überschritten wird.

Einige Daten lassen jedoch vermuten, dass die gefäßschützende Aktivität von Wein gegenüber anderen Alkoholika noch erhöht sein dürfte: Beim Wein ist die antioxidative Kapazität verstärkt, außerdem bewirkt er über eine Gefäßerweiterung eine Verbesserung in der Durchblutung der Herzkranzgefäße. Zudem wird die Neubildung von glatten Muskelzellen in den Gefäßen - ebenfalls ein wichtiger Mechanismus bei der Gefäßverengung - gehemmt.

Wein und seine Anti-Aging Substanzen
Resveratrol ist ein Polyphenol, das in den Schalen von Weintrauben, Erdnüssen und einigen Beeren vorkommt. Es wird von den Pflanzen als Schutz gegen Pilzinfektionen, UV-Strahlen und Verletzungen gebildet. In Rotwein kommt es besonders konzentriert vor, da dieser mit den Beerenschalen vergoren wird.

Resveratrol ist als Radikalfänger ein starkes Antioxidans und schützt damit die Zellen vor Alterungsprozessen. An Zellkulturen und im Tierversuch zeigt Resveratrol weitere interessante Eigenschaften: In den Blutgefäßen hemmt es über mehrere Wirkungsmechanismen die Bildung von sogenannten Plaques und schützt so vor Arteriosklerose.

Durch eine Hemmung der Enzyme COX- 1 und COX-2 wirkt Resveratrol schmerzlindernd. Resveratrol wirkt als Phytoöstrogen, das heißt, es ahmt im Körper die Wirkungen von Östrogen nach und kann so gegen bestimmte hormonabhängige Krebsarten (z.B. Brustkrebs) und Osteoporose Schutz bieten. In den Hirnzellen aktiviert Resveratrol ein Enzym (Map-Kinase), das eine Regeneration der Zellen unterstützt und so das Risiko einer neurodegenerativen Erkrankung wie M. Alzheimer oder M. Parkinson zu verringern scheint.

Insgesamt handelt es sich bei Resveratrol also um eine Substanz, die auf vielen Linien wirkt und als ein ernstzunehmender Kandidat für die Prophylaxe und Therapie von Arteriosklerose, Krebserkrankungen, Demenz, Osteoporose oder schlicht als Anti-Aging Substanz gesehen werden kann.

Da noch keine ausreichenden Daten vom Menschen vorliegen, ist jetzt die Forschung gefordert, die vermuteten Wirkungen durch Studien zu beweisen.

Auch beim Wein gilt: Die Dosis macht das Gift

  • Als ideale Trinkmenge zum Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen gelten 20 bis 40 g Alkohol pro Tag, wobei für Frauen die untere Grenze gilt = 2 Achtel Wein für Männer, 1 Achtel für Frauen - und nicht mehr! 
  • Bei grösseren Mengen nimmt die schädliche Wirkung des Alkohols (Leberzirrhose, Unfälle, alkoholbedingte Krebserkrankungen) überhand und macht die Schutzwirkung zunichte. 
  • Es hat keinen Sinn, die Achterln quasi "zusammenzusparen" und alle am Samstag Abend zu trinken? Dieses sogenannte "Binge-Trinken", das vor allem aus Skandinavien bekannt ist, erhöht nur das Schlaganfall-Risiko.

Zusammenfassung
Wein - vor allem Rotwein - bietet bei vernünftigem Konsum nicht nur Genuss, sondern schützt auch vor verschiedenen Erkrankungen. Die empfohlene Menge von 2 Achteln pro Tag für Männer und 1 Achtel für Frauen sollte dabei unbedingt eingehalten werden. Für Kinder, Jugendliche, Schwangere, Autofahrer gibt's ohnehin nur Gänsewein!

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