Hamis Reise Teil 1

Da liegt er jetzt vor uns in der Pappbox: dick und matschig, ketchuptriefend und mit seinem typischen süßlichen Geruch. Umrahmt von einer Ladung Pommes, goldgelb und gesalzen. Los geht´s – ist ja für einen guten Zweck, medizinische Aufklärung, im Dienste der Wissenschaft sozusagen – also: mampf!

Hamis Reise Teil 1

Hamis Reise Teil 1

Na toll, davon war aber nicht die Rede! Gerade haben sie mich fein säuberlich zusammengesetzt aus zwei Brötchenteilen, einem Fleischlaiberl, Gewürzsauce, einem Salatblatt, einer Tomatenscheibe, einem Blatt Käse und reichlich Zwiebel und Ketchup.

Nicht mal drei Minuten hab´ ich´s mir in meiner Pappschachtel gemütlich machen können und jetzt grinst mich dieser Neandertaler an und er scheint schon mit der Verdauung begonnen zu haben, bevor er in mich hineinbeißt.

Eine Lebensdauer hat man als Hamburger, da beneidet man sogar eine Eintagsfliege. Also – den ersten großen Brocken hat er von mir gerissen und beginnt mich nun zu zerkleinern. Gar nicht so übel, fühlt sich wie eine Massage an. Man hört ja immer, dass wir so klein wie möglich in den Magen kommen sollten. Der ist ja sonst mit Unsereins schnell überfordert. Hui – jetzt schauckeln mich Zunge und Wange hin und her, wie im Prater beim Autodrom.

Und was ist das jetzt? Werd ich etwa geduscht? Aber mit diesem zähflüssigen Zeug wird das nicht geh´n! Hilfe, jetzt beginnt dieser Schleim, der immer mehr wird, mich noch zu zersetzen. Meine Kohlenhydrate lösen sich auf! Wenn der Hami-Genießer mich nicht gleich verschluckt, wird er meine Süße schmecken.

Das zähflüssige Zeug leitet die Verdauung ein und beginnt bei den Kohlenhydraten (Stärke). Er zerlegt sie in die Bestandteile und das sind immerhin Zuckermoleküle.
Aber so wie´s aussieht, bin ich ihm ausgeliefert – und seiner Ungeduld. Der will mich beinahe als Ganzes schlucken. Was soll´s, da muss ich jetzt durch. Ich werde diesem Kerl wohl schwer im Magen liegen. Das hat er zur Strafe verdient!

Aha, es wird immer dunkler, das Würgen wird schon etwas intensiver – also Luke auf und los geht die Rutschpartie. Tschüss bis zur nächsten Ausgabe – wir sehen uns im Magen.

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