Hamis Reise Teil 6

Im Hochofen des Lebens

Die 6. und letzte Etappe der Reise eines Hamburgers durch unseren Verdauungstrakt führt durch die Pfortader schnurstracks in die Leber.

Die 6. und letzte Etappe der Reise eines Hamburgers durch unseren Verdauungstrakt führt durch die Pfortader schnurstracks in die Leber.

Unser Hamburger „Hami“ ist in all seine kleinsten Teile bis auf Molekülgröße zerlegt. Aber er weiß nicht, was noch alles auf ihn zukommt. Seine ehemaligen Bestandteile von Fett bis Tomate schwimmen nun im Blut – er nennt es Blutbus – der Leber entgegen. Aber lassen wir ihn erzählen:

„Also, da bin ich wieder, aber keine Ahnung wo!?. Warte, da ist eine Aufschrift: P f o r t a d e r. Glmpsk!“ Hami wird in der wildbachgleichen Strömung weggerissen.
„Also, da braucht man Standfestigkeit. Und was da alles mittransportiert wird. Da seh´ ich Teile meines Salatblattes oder besser sein Skelett. Wird wohl nur mehr das Chlorophyll sein. Uuuhu! – Kennt mich nicht mehr! Und das rote Lycopin links vorne könnte von meiner Tomate stammen. Wozu das der Mensch braucht ...? So, jetzt steht alles. Vor mir lauter kleine Eingänge – ach, wir werden eingeteilt. `Endstation Leber´ kann ich lesen. Ist´s nun wirklich aus? Ach nein, hab´ mich verlesen: `Enzymstation Leber´ heißt das. An jedem Eingang hängen Plakate – Umwandlungsstation, Entgiftungszentrale, Proteinsynthese und so weiter. Ich kann mir wohl aussuchen, was man aus mir macht: ein Protein, ein Enzym oder gar ein Fettpolster? Ein Hormon wär nicht schlecht oder so ein Lymphozyt vom Darmeingang. Die waren ganz schön zum Fürchten. Ob ich die Ausbildung überstehe?

Ich komm´ dran! Wer weiß, ob ich noch viel erzählen kann, die Gänge werden immer enger und finsterer, außerdem ist mir heiß. Hoffentlich komm´ ich nicht in die Hölle. Als Hamburger hat man ja nicht den besten Ruf. Vorerst mal Tschüss! Ich werde gebraucht, wird sich weisen, ob wir einander noch mal hören?“ Was von Hami noch übrig ist, wird nun verstoffwechselt und für den Organismus hergerichtet. Hami verlässt nun die Bühne der Verdauung. Seine unverdaulichen Reste, die Ballaststoffe, so er welche hatte, sind auf dem Weg zum Dickdarm. Die kommen dann in unserer nächsten Ausgabe zu Wort.

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