Freitag, 28. Juli 2017

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Grundzüge der Botanik sind 2500 Jahre alt

Einer der wichtigsten Grundpfeiler der Pharmazie ist die Botanik. Der Name kommt aus dem Griechischen (botanikos = die Kräuter betreffend) und bezeichnet die Wissenschaft von den Pflanzen. Die Botanik ist ein Teilgebiet der Biologie, jener Wissenschaft, die sich mit den Gesetzmäßigkeiten des Lebens befasst.

Heilkräuter

Heilkräuter

Innerhalb der Botanik unterscheidet man

  • Pflanzenmorphologie: Aufbau der Pflanzen 
  • Pflanzenphysiologie: Wachstum und Entwicklung 
  • Pflanzenökologie: Beziehung zwischen Pflanzen und Umwelt
  • Pflanzengeographie: Verbreitung und Zusammenleben

Besondere Teilbereiche gelten der Erforschung von Problemen in der Forst- und Gartentechnik, aber auch auf dem Lebensmittelsektor, z.B. in der Gärungs- und Konservierungstechnik.

Ein besonderes Teilgebiet ist die pharmazeutische Botanik, die Wissenschaft über Heilpflanzen und ihre wirksamen Inhaltsstoffe, über Giftpflanzen und pflanzliche Nahrungs- und Genussmittel.

Grundzüge der Botanik kannte man bereits ca. 500 v. Chr., wenn auch manche Ansichten heute nicht mehr gültig sind. So sahen die griechischen Philosophen keinen grundsätzlichen Unterschied zwischen Pflanzen, Tier und Mensch. Sie dachten, dass Pflanzen auch ein Wahrnehmungsvermögen und Intelligenz besitzen. Aristoteles und seine Schüler beschäftigten sich hauptsächlich mit dem Pflanzenaufbau (Morphologie) und gelten als Begründer der Botanik als Wissenschaft. Sie erkannten jedoch manche wichtige biologische Details nicht, z.B. die Zweigeschlechtlichkeit.

Die Werke und damit die Erkenntnisse der griechischen Philosophen kamen über den arabischen Raum (Damaskus), Spanien und Sizilien in unseren Kulturraum. Etwa 70 n. Chr. verfasste Plinius der Ältere in mehreren Themenbereichen eine Zusammenfassung aller Erscheinungen der Natur, darunter auch Botanik (8 Bände), pflanzliche und tierische Heilmittel (13 Bände). Diese wissenschaftlichen Arbeiten galten bis ins 17. Jhdt. als Grundlage der Heilmittellehre und der Botanik in unserem Kulturkreis.

Ebenfalls erwähnenswert sind die Arbeiten des griechischen Arztes Dioskurides, der im 1. Jhdt. n. Chr. eine umfassende Heilmittellehre niederschrieb. Eine Kopie der Handschrift kann in der österreichischen Nationalbibliothek besichtigt werden.

Botanische Gärten für Forschung und Lehre
1735 veröffentlichte der schwedische Arzt und Naturwissenschaftler Carl von Linnè das Buch „Systema naturae“, die Grundlage der modernen biologischen Systematik. Linnè verwendete als erster die binäre lateinische Systematik (z.B. Pfefferminze, lat. Folium menthae). Basis für die Klassifikation waren die pflanzlichen Geschlechtsorgane (Staubund Fruchtblätter) und er verwendete dafür die Symbole _- weiblich und _-männlich.

Die ersten botanischen Gärten wurden ab dem 16. Jhdt. an den Orten mit wichtigen Universitäten errichtet, z.B. Leipzig, Pisa, Bologna, Leiden, Heidelberg. Der größte botanische Garten wurde 1759 in Kew bei London angelegt. Der „Royal Botanic Garden“ beherbergt auf einer Fläche von 120 ha ca. 30.000 lebende Pfanzenarten und ca. 4 bis 5 Millionen konservierte Ausstellungsexemplare.

Eng mit dem botanischen Garten in Wien ist der Name Nikolaus Joseph Freiherr von Jacquin verbunden. Er wurde 1727 in Leiden geboren, erhielt seine Ausbildung an einer Privatschule und hatte am Gymnasium in Antwerpen Gottfried van Swieten zum Schulkollegen, den Sohn von Gerhard van Swieten, dem Leibarzt Maria Theresias. Er folgte einer Einladung von Gerhard van Swieten, sein Medizinstudium in Wien zu beenden, seine Liebe zur Botanik ließ ihn aber nicht los. Er erforschte die Pflanzen der Schönbrunner Schlossgärten und katalogisierte sie nach dem System von Linnè. Kaiser Franz I., der Linnè während seiner wissenschaftlichen Tätigkeit in Schönbrunn kennen gelernt hatte, lud ihn zu einer Expedition nach Mittelamerika ein.

Nach mehreren Expeditionen in die Karibik und nach Südamerika, auf denen Jacquin nur knapp dem Tod entkam, brachte er 1759 eine umfangreiche botanische Sammlung nach Wien. Er veröffentlichte mehrere wissenschaftliche Werke, insgesamt 36 Bände und etwa 3.000 Kupferstiche, die ihn zu einem der berühmtesten Botaniker seiner Zeit machten.

1768 wurde er Professor für Botanik und Chemie an der Universität Wien und damit zum Direktor des „akademisch-botanischen Kräutergartens am Rennweg in Wien“. Nikolaus Joseph Freiherr von Jacquin starb hochgeadelt 90- jährig 1817. Zu seinem Andenken wurde 1821 im oberen Belvedere ein Blumenbild von Johann Knapp enthüllt, das alle 24 Klassen der Pflanzensystematik enthält, die von Linnè entwickelt und von Jacquin in Österreich eingeführt wurden.

Abschließend noch einen Tipp:
Im botanischen Garten befindet sich auch eine sehenswerte Bonsai-Sammlung, ein Wald im Miniformat. Ein Besuch lohnt sich - für den Körper und die Seele.

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