Warum Alkohol und Arzneimittel nicht zusammen passen

Heute ist es aus der Mode gekommen, Arzneimittel mit einem Schluck Alkohol einzunehmen und man kann nur sagen, Gott sei Dank.

Alkohol und Arzneimittel

Alkohol und Arzneimittel

Denn die Kombination birgt eine Reihe von unkalkulierbaren Risiken:

  • Manche Kapseln lösen sich in wässrig-alkoholischer Lösung viel rascher auf als im reinen Wasser. Der Wirkstoff kann dann im Magen bzw. Dünndarm schlagartig freigesetzt werden. Ein Opioid (retardiertes "Hydromorphon") hat z.B. gemeinsam mit Alkohol in Amerika so schwere Nebenwirkungen verursacht, dass es aus dem Handel genommen werden musste.
  • Alkohol kann die Lebertoxizität von sicheren Wirkstoffen so verstärken, dass Todesfälle drohen. Dies gilt z.B. für das ­rezeptfrei erhältliche Schmerz­mittel "Paracetamol".
  • Alkohol in Kombination mit Präparaten aus der Gruppe der Benzodiazepine (Schlaf- und Beruhigungsmittel) verstärkt deren Wirkung und ­damit die Schlafneigung über die Nacht hinaus. Am Vormittag ist der Alkohol zwar schon längst abgebaut, aber das dämpfende Arzneimittel noch nicht. So mancher "Alkoholunfall" im Straßenverkehr ist dann die Folge.
  • Alkohol hat das Potenzial die Magenschleimhaut zu schädigen. In Kombination mit den selbst magenbelastenden Arzneistoffen "Acetylsalicylsäure", "Ibuprofen", "Diclo­fenac" usw. steigt das Risiko für Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre radikal.

TIPP:
Apotheker besitzen Wissen über den Arzneistoff, sowie die jeweilige Arzneiform (Tabletten, Säfte, Kapseln, Spray, etc.) und haben zugleich grundlegende medizinische Kenntnisse. Wenn Ihnen die Angaben zur Einnahme Ihres Arzneimittels in der Gebrauchsinformation unklar sind, fragen Sie lieber in der Apotheke nach, bevor Ihnen ein unter Umständen folgenschwerer Fehler passiert. Zwar wird nach diesen Beschreibungen des Alkoholeinflusses wohl niemand Tabletten mit einem Glas Wein einnehmen, aber ist statt dessen Fruchtsaft oder Milch erlaubt?

Wer statt Wasser ein kalorienhaltiges Getränk zum Einnehmen eines Kopfschmerzmittels gebraucht, verzögert u.U. die Wirkung um 1 bis 2 Stunden! Wenn Sie die geschilderten Einflüsse ganz sicher ausschalten wollen, nehmen Sie am besten ein Glas Leitungswasser (150 ml) zum Schlucken Ihrer Arznei und trinken es aus.

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