Körpereigene Substanzen für Therapie & Prävention

„Lass die Nahrung deine Medizin sein und Medizin deine Nahrung!“ meinte schon Hippokrates von Kos. Orthomolekulare Medizin setzt das um und ist Prävention und Therapie durch körpereigene Substanzen.

Orthomolekulare Medizin

Orthomolekulare Medizin

In den westlichen Industrienationen gehörten zu Beginn des 20. Jahrhunderts Infektionskrankheiten zu den Hauptursachen aller Todesfälle. Durch den rasanten medizinischen Fortschritt hat sich das Bild vollständig gewandelt. Heute sind chronische Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs für die Mehrzahl der Todesfälle verantwortlich.

Aufgrund der wachsenden Erkenntnisse über die an der Entwicklung dieser Erkrankungen beteiligten Faktoren (Ernährung, Rauchen, Alkohol, Umweltbelastung) bietet sich die Chance, durch eine gesunde Ernährung und Lebensführung der Entstehung dieser Krankheiten vorzubeugen und bis ins hohe Alter Vitalität und Leistungsfähigkeit zu bewahren.

Der Mensch als Funktionseinheit
Naturwissenschaftlern wie Albert Szent-Györgi und Linus Pauling ist es zu verdanken, dass das wissenschaftliche Interesse an der Bedeutung von Mikronährstoffen für die Prävention und die Therapie chronischer Erkrankungen in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen hat. Die klassische Rolle der Mikronährstoffe im Hinblick auf die Verhütung von Mangelkrankheiten ist in den Hintergrund gerückt. Ihre neue Rolle besteht in der Optimierung der Gesundheit und Prävention chronischer Erkrankungen.

Durch wachsende Erkenntnisse auf dem Gebiet der Biochemie und der Vitaminologie hat sich eine relativ neue therapeutische Disziplin etabliert. Sie setzt zur Prävention und Therapie von Krankheiten gezielt Mikronährstoffe, zum Teil in sehr hohen Dosierungen, ein. Diese neue Therapieform, die sogenannte orthomolekulare Medizin, ist ein ganzheitliches Therapiekonzept, in dessen Mittelpunkt der Mensch als ganze Funktionseinheit steht und nicht nur das einzelne erkrankte und reparaturbedürftige Organ.

Das Richtige in der richtigen Menge Moleküle (lateinisch) sind die kleinsten Bausteine von Substanzen, Ortho (griechisch) bedeutet „richtig, gut“. Orthomolekulare Medizin bedeutet daher die Verwendung der richtigen Moleküle in den richtigen Mengen. Die exakte Definition durch Linus Pauling lautet: “Orthomolekulare Medizin ist die Erhaltung guter Gesundheit und die Behandlung von Krankheiten durch die Veränderung der Konzentration von Substanzen im menschlichen Körper, die normalerweise im Körper vorhanden und für die Gesundheit erforderlich sind.”

Die orthomolekulare Medizin befasst sich ausschließlich mit Substanzen, die natürlicherweise im menschlichen Organismus vorhanden sind: Beispielsweise Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Antioxidantien, Fettsäuren und Aminosäuren. Auch im Organismus vorkommende Enzyme gehören in den Bereich der orthomolekaren Medizin. Somit entspricht auch der Einsatz von Insulin bei Diabetes mellitus dem Grundprinzip der orthomolekularen Medizin.

Gestörte Harmonie
Mikronährstoffe spielen im Intermediärstoffwechsel zusammen wie ein großes Orchester. Fehlt ein Instrument oder ist eine Stimme nicht besetzt, ist die musikalische Harmonie gestört. Aus diesem Grund werden in der Regel Kombinationen von Mikronährstoffen anstatt Monosubstanzen angewandt. Dosierungsempfehlungen der orthomolekularen Medizin basieren zum einen auf detaillierten Erkenntnissen aus der ernährungswissenschaftlichen, pharmakologischen und biochemischen Grundlagenforschung, zum anderen auf Anwendungsbeobachtungen. Die Supplementierung essentieller Mikronährstoffe sollte daher immer gezielt auf die individuellen Bedürfnisse und das jeweilige Krankheitsbild zugeschnitten erfolgen.

Ziele der orthomolekularen Medizin sind die Prävention ernährungsbedingter (z.B. Diabetes mellitus) und chronisch-degenerativer (z.B. Morbus Alzheimer) Krankheiten, Verbesserung des individuellen Gesundheitsstatus, Optimierung einer Arzneimitteltherapie sowie Erhalt der Vitalität und Leistungsfähigkeit bis ins hohe Alter („Anti-Aging“). Durch gezielte Information und Beratung in Ernährungsfragen soll die Selbstverantwortung des Einzelnen für seine Gesundheit gefördert und der Entwicklung chronischer Erkrankungen vorgebeugt werden.

Keine Alternative zur Schulmedizin
Chronische Erkrankungen entwickeln sich über Jahrzehnte, daher ist zu ihrer Prophylaxe auch nur eine frühzeitige und langfristige Anwendung von Mikronährstoffen sinnvoll. Die orthomolekulare Medizin kann und will eine notwendige schulmedizinische Therapie nicht ersetzen, sondern vielmehr durch eine gesunde Ernährung und Lebensführung sinnvoll ergänzen. Sie bildet damit keine Alternative zur etablierten Schulmedizin, sondern ist eine Art natürlicher Partner. Im angelsächsischen Raum wird die orthomolekulare Medizin daher auch zur „komplementären Medizin“ gerechnet.

Orthomolekulare Substanzen spielen eine Rolle in der Therapie von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus, neurodegenerativen Erkrankungen, Hauterkrankungen, Osteoporose, Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, allergischen Erkrankungen, Schwangerschaft, prämenstruellem Syndrom, Katarakt, chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, Leistungssport und vielem mehr.

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