Viagra

Muss nicht sein: FRUST bei der LUST

Meldet das Gehirn eines Mannes eine sexuelle Erregung, wird im Schwellkörper des Penis ein Transmitter (Stickoxyd / NO) freigesetzt. Rezeptoren im Bereich des Schwellkörpers reagieren darauf mit dem Befehl an die Blutgefäße, mehr Blut einzulassen – es kommt zur Erektion. Glücklicherweise reizt nicht jeder Transmitter jeden Rezeptor. Eingeteilt werden Transmitter nach den Stoffen, die eine Reaktion bewirken: z.B. muskarine Transmitter (Muskarin = Gift des Fliegenpilzes) – und genau für diese Wirkung sind Viagra & Co verantwortlich.

Nach wenigen Sekunden ist NO inaktiv und ein anderer Transmitter (Phosphordieserase Typ 5 / PDE5) sorgt für die Herstellung des Urzustandes – der Penis erschlafft. Ein potenter Mann kann durch sexuelle Stimulation immer wieder NO aktivieren. Viagra & Co hemmen sehr spezifisch PDE5. Es genügt also für eine länger anhaltende Erektion eine einmalige Stimulation von NO.  

Das erklärt aber auch, warum Viagra & Co ohne Stimulation nichts bewirken. Seit kurzem gibt es jedoch einen neuen Therapieansatz. Ähnlich wie bei der nächtlichen Erektion (offensichtlich ein automatischer System-Funktionstest) soll eine tägliche schwache Dosis zu spontanen Erektionen führen. Damit bleibt die Erektionsfähigkeit erhalten und für eine sexuelle Tätigkeit ist möglicherweise keine Planung einer zusätzlichen Medikamenteneinnahme mehr erforderlich.

Ein Orgasmus ist außerdem eine körperliche Höchstleistung: In wenigen Sekunden werden rund 300 kcal verbrannt. Dieser enorme Energieumsatz kommt dadurch zustande, dass weit mehr als 500 Muskeln bis zum vierfachen ihrer normalen Maximalkraft isometrisch und zeitgleich kontrahiert werden. Da wundert es nicht mehr, dass ein Orgasmus zu einem tieferen Nachtschlaf und einer allgemein besseren Entspannung mit gesteigerter Regeneration des Körpers führt und er dem Alterungsprozess entgegen wirkt.

Wussten Sie, dass Testosteron beim Orgasmus beider Geschlechter wirksam ist? Während er bei der Frau die Ausschüttung erhöht und damit aktivierend und leistungssteigernd wirkt, sinkt beim Mann der Testosteronspiegel beim Orgasmus – mit den bekannten Folgen.

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