Dienstag, 19. Februar 2019

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Masern sind kein Kinderspiel!

Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit! Sie sind hoch ansteckend und werden über Tröpfcheninfektion übertragen. Es erkranken sowohl Säuglinge, Kinder als auch Jugendliche und Erwachsene, die ungeschützt sind.
Masern gehört zu den meldepflichtigen Erkrankungen!

Masern

Masern

Menschen, die an Masern erkranken, sind bereits vor dem Auftreten des typischen Masernausschlags (rote, grobflächige Flecken) hoch ansteckend! Bei Masern kommt es acht bis zehn Tage nach der Infektion (höchstens 21 Tage danach) zu allgemeinen Beschwerden wie Fieber, Schnupfen, Husten und Bindehautentzündung, begleitet vom typischen Ausschlag. Dabei sind die Erkrankten vier Tage vor bis vier Tage nach Auftreten des Ausschlags hoch ansteckend. Die Masernerkrankung schwächt die Abwehrkräfte des Körpers dermaßen, dass über mehrere Jahre hinweg das Risiko, an einer anderen Infektionskrankheit zu sterben, erhöht ist! Es gibt keine Behandlung der Masernvirus-Infektion selbst, nur die Symptome können gelindert werden.

Das Krankheitsbild: typisch verläuft Masern mit Fieber (bis 40˚ C), Kopfschmerzen, Lichtscheu, Husten und Bindehautentzündung. Am 2.-3. Tag erscheinen auf der Wangenschleimhaut kleine weiße Flecken (Kopliksche Flecken), die ganz besonders typisch sind. Das Fieber fällt dann nach 3-4 Tagen ab, und dann tritt der typische rote, fleckige Hautausschlag auf: beginnend im Gesicht (meist hinter den Ohren) breitet sich der Ausschlag innerhalb von 2-3 Tagen über den Körper aus bis zu den Füßen, er ist grobfleckig, unregelmäßig begrenzt. Nach etwa einer Woche blasst der Ausschlag ab.

Die Infektion mit Masernviren hat eine 4-6 Wochen anhaltende Immunschwäche zur Folge, während der Sekundärinfektionen auftreten können. Besonders gefürchtet ist die in 0,1 % der Fälle auftretende postinfektiöse Enzephalitis, eine Entzündung des Gehirns mit Kopfschmerzen, Fieber und Bewusstseinsstörungen bis zum Koma, die 4-7 Tage nach Beginn des Hautausschlags auftreten kann und oft tödlichen Ausgang nimmt.

Die Krankheitsfolgen von Masern können schwerwiegend sein! Bei 20 von 100 Fällen von Masern treten Komplikationen wie Bronchitis, Mittelohr- und/oder Lungenentzündung auf. Bei 1-2 Personen von 1.000 Erkrankten kommt es zu einer lebensbedrohlichen Gehirnentzündung. Selten kann Jahre später ein Gehirnzerfall auftreten, der immer tödlich verläuft. Man nennt diese Spätfolge subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE). Besonders gefährdet für SSPE sind Kinder, die im ersten Lebensjahr erkranken oder während der Geburt angesteckt werden. Hier erkrankt 1 Kind von 600 Masernerkrankten an SSPE.

Bei Verdacht auf Masern, oder Auftreten von unspezifischen Symptomen wie Schnupfen, Fieber, geröteten Augen oder anderen grippeähnlichen Symptomen, die auf Masern hinweisen, UNBEDINGT die Ärztin bzw. den Arzt oder das Krankenhaus VORHER telefonisch kontaktieren, damit eine Übertragung in Warteräumen und Ambulanzen verhindert werden kann.

Impfempfehlung: der Österreichische Impfplan empfiehlt zwei Impfungen im Abstand von mindestens 4 Wochen gegen Masern-Mumps-Röteln (MMR) ehestmöglich ab dem vollendeten 9. Lebensmonat (unbedingt vor Eintritt in Gemeinschaftseinrichtungen).

Bei Erstimpfung im 1. Lebensjahr soll die 2. Impfung nach 3 Monaten verabreicht werden. Bei Erstimpfung nach dem 1. Lebensjahr erfolgt die 2. Impfung frühestmöglich, mit einem Mindestabstand von 4 Wochen.

Mit zwei Impfungen, besteht lebenslanger Schutz!

Wenn Ihr Kind nicht ausreichend gegen Masern geimpft ist, kann es im Falle eines Kontakts mit einer an Masern erkrankten Person von der Gesundheitsbehörde bis zu 21 Tage vom Besuch von Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergarten, Schule, Hort, etc. ausgeschlossen werden. (vgl. §§ 6 ff. des Epidemiegesetzes).

Kostenfreie Impfung in jedem Alter! Der Impfstoff ist für Kinder und Erwachsene an öffentlichen Impfstellen kostenfrei erhältlich. Die Kosten für die Impfungen werden vom Bundesministerium für Gesundheit und Frauen, den Sozialversicherungsträgern und den Ländern getragen. Nebenwirkungen wie leichtes Fieber und Ausschlag können bei circa jedem 10. Impfling auftreten, sind aber in der Regel harmlos und sehr viel schwächer ausgeprägt als bei der Wildinfektion!

Aktuelle Situation: weltweit herrscht weiterhin eine erhöhte Masernaktivität. In der WHO-Region Europa wurden bis Dezember 2018 fast 60000 Masernfälle und mindestens 64 Todesfälle registriert. In den EU/EWR-Ländern wurden zwischen 1. November 2017 und 30. November 2018 insgesamt 12790 Fälle bzw. 35 Todesfälle registriert (Stand Januar 2019).

Im Jahr 2018 wurden 77 Masern-Fallmeldungen registriert (Stand 09.01.2019). Vergangenes Jahr waren alle Bundesländer betroffen und 12% der Fälle standen in Verbindung mit Gesundheitspersonal.

Mit Stand 05.02.2019 wurden im Jahr 2019 bereits 31 Masern-Fälle gemeldet, betroffen waren dabei die Bundesländer Steiermark, Salzburg, Tirol und Wien.

Aufgrund der aktuellen Entwicklung, sollte der eigene Impfstatus dringend kontrolliert werden: ausreichender Schutz besteht nach 2 schriftlich bestätigten Impfungen gegen Masern-Mumps-Röteln oder wenn mittels Antikörperbestimmung nachgewiesen ist, dass ein ausreichender Schutz im Blut vorhanden ist. Fehlende Impfungen können und sollen in jedem Lebensalter nachgeholt werden. Es handelt sich um einen Lebendimpfstoff, darum ist ein „überimpfen" nicht möglich. Der Impfstoff ist für Kinder und Erwachsene an öffentlichen Impfstellen sowie im Rahmen des Kinderimpfprogramms kostenfrei erhältlich.

Quelle: Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz

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